»Abschweifung – über produktive Arbeit«

Nach einem Text von Karl Marx

Der ca. 5-minütige, KI-generierte Kurzfilm von 2026 basiert auf dem gleichnamigen Text von Karl Marx (von ca. 1862). Dieser für Marx ungewöhnliche Text wird in der Regel als ironische Entgegnung von Marx auf bürgerliche, nationalökonomische Theorien seiner Zeit gelesen.

Im Rahmen meiner systemtheoretischen Analysen zu Verbrechen, Bestechung, Korruption und Illegalität bin ich jedoch zu dem Schluss gekommen, dass dieser Text auch als eine moderne Vorform funktionaler Analyse gelesen werden kann, die das Verbrechen nicht primär als Problem, sondern als Problemlösung beobachtet. Diese Problemlösung ermöglicht eine Zweigleisigkeit gesellschaftlicher Evolution durch eine Spaltung der Realität in eine nicht-verbotene (und wahrnehmbare) und eine verbotene (und nicht-wahrnehmbare) Variante. Die Funktion dieser Realitätsspaltung kann darin gesehen werden, dass die Gesellschaft dasselbe, aber auf zweierlei und zwar gegenläufige Weise beobachten und weiterbearbeiten kann: Sie kann sowohl Nicht-Verbotenes als auch Verbotenes sowohl als richtig als auch als falsch beobachten und sowohl ablehnen als auch verstärken, wodurch sich zusätzliche evolutionäre Optionen eröffnen – die sich ohne Verbot und Verbrechen nicht eröffnen würden.

Der Kurzfilm versucht, beide Lesarten des Textes von Max zu berücksichtigen – indem er Ironie nutzt, um die doppelte Lesemöglichkeit und ihre moralischen Widersprüche zu reflektieren. Arbeitsmaterialien des Filmes sind der gesprochene, nur leicht redigierte Marx’sche Text, ein fotografisches Selbstportrait (»Der Verbrecher bin ich«) und ansonsten ausschließlich KI-generierte Bilder, Drehbuchfragmente und KI-Prompts, die von der Video-KI in kurze Sequenzen übersetzt und dann in einem Schnittprogramm zu einem filmischen Fluss montiert wurden.